Das Evangelium nach Hoche
 
  Stellen Sie sich einmal vor, Jesus hätte die Kreuzigung überlebt. Was würde er wohl zu seiner eigenen Lehre und der aufblühenden Kirche sagen?
 
Die Welt ist nicht untergegangen! Noch immer müssen nicht nur "die Vögel des Himmels" (gegen Matthäus 6,26) erbittert um jeden Bissen kämpfen, wenn sie nicht verhungern, erfrieren oder gefressen werden wollen.  
 
 

Er bekäme es mit dem kahl geschorenen (Apostelgeschichte 18,18) Rabbi Saul, jetzt "Paulus" zu tun, der seine sexuelle Orientierung mit Frauenverachtung und dem imperativen Wunsch nach männlichen Kurzhaarfrisuren (Erster Brief an die Korinther, 11,14) eher enthüllt als tarnt und den nervenden Chefideologen gibt.
Der inzwischen mit Martha verehelichte und einer Tochter gesegnete Sandalenschuster (den wir ja nur als Langhaarigen kennen) kann alledem nichts mehr abgewinnen. So wird er wegen seiner subversiven Gleichnisse von kirchlichen IM ("imperii miles" - Soldaten des Gottesreiches) im Auftrage der örtlichen Denuntiaturen beschattet und im neuen Gemeindesaal (der ihm wegen eines schweren "Abendmahls" bekannt vorkommt) verhört. Schließlich lässt man ihm, dem man die Wandlung vom DOMINUS IESUS zur religiösen Altlast nicht vergeben durfte, einen vergifteten Fisch zukommen, an dem er nach drei Tagen stirbt.

 

Warnung! Nach der Mitarbeit an zwei Hauser-Kienzle-Büchern wandelte sich der Autor vom Ghostwriter zum Holy-Ghost-Writer. Daher orientiert sich seine Erzählung mit ihrem Evangelium, einer Geschichte der Apostelinnen von Avis, Briefen und einer Apokalypse strikt am Neuen Testament (siehe Kasten). Man könnte sie eine Bibel-Parodie nennen. Sie sollten sich daher im Original ein bisschen auskennen, wenn Sie die Anspielungen, Umkehrungen oder auch nur Gags mitkriegen möchten. Im Notfall hilft ein Klick auf "Die Bibel" (Einzelheiten unter Grüß Gott.)

 
 
Das "Neue Testament", NT, ist eine Sammlung unterschiedlich inspirierter Texte, die von den Christen zur "Heiligen Schrift" erklärt wurden. In den Kirchen spielt es keine Rolle mehr, da es sie bei ihren Friede-Freude-Eierkuchen-Predigten stört.
 
 

Wie die, welche gemeint sind, eine Kritik abschmettern, können Sie sehr schön an einer Rezension sehen, die am 6. März 1998 im Sonderheft "Theologie" des "Börsenblatts für den Deutschen Buchhandel" erschien. Sie freut sich kindlich über die allervordergründigsten (wenn dieser Superlativ erlaubt ist) Gags, spart mit erkennbarer Sorgfalt sämtliche Themen aus, gibt sich als hohes Lob und wartet dafür in der Unterzeile mit der Totschlagvokabel "schelmisch" auf. Von der Lektüre dieser Buchbesprechung wird dringend abgeraten. Wenn Sie sich das trotzdem antun wollen, bitte...

 
 

Mehr über das Buch erfahren Sie durch sein Inhaltsverzeichnis, mit den Links zu drei Leseproben.